Im heutigen Istanbul zeichnet sich die Küche vor allem durch eine ungeheure Vielfalt von Aromen und Gewürzen aus, denn aus allen Teilen der Welt strömten Menschen herbei, um in Istanbul ein neues Leben zu beginnen.

Um sich aber etwas zu bewahren, was sie an ihre Heimat erinnerte, pflegten sie ihre althergebrachten Überlieferungen in ihre Kochrezepte mit einfließen zu lassen. Alles, was sie in ihrem Gepäck mit sich führten, war ein Säckchen voll Pfeffer, ein wenig Zimt und vielleicht noch einige wertvolle Safranfäden.
Tzaziki, iman beildi, keftedes, tzutzukakia, baklava, kataifi, halvas - im Macht- und Kulturzentrums des Osmanischen Reiches hatte sich seit dem 16. Jahrhundert eine internationale Küche etabliert, die sich aus arabischen, walachischen, serbischen, bulgarischen, griechischen, sowie türkischen, aber auch französischen Elementen zusammensetzte. Die Gerichte erhielten ihren Namen von der dominierenden türkischen Staatssprache.
Beim Feiern von Festen kommt die Vielfalt der griechisch-türkischen Küche am besten zum Ausdruck; nachdem auf dem Markt die Zutaten frisch eingekauft werden, stehen die Hausfrauen den ganzen Tag in der Küche und sorgen dafür, dass für die Familie und die Gäste reichhaltige, aber auch möglichst vielfältige Speisen auf den gedeckten Tisch kommen.
Weniger ist mehr an diesen Grundsatz halten sich Köche und Hausfrauen Konstantinopels, während sie aus schlichten, aber wundervoll frischen Zutaten Genüsse von perfekter Ausgewogenheit zaubern.




